Die Familie Euling führte über mehrere Generationen hinweg in Sachsa, die Aufwertung zu Bad Sachsa gibt es erst seit dem Jahr1905, einen Lohgerbereibetrieb. Dieser Betrieb befand sich im Bereich zwischen Markt-und Uffestraße. Die Familie Euling besaß darüber hinaus große Waldgebiete, die sich im Bereich zwischen Waldsaumweg im Süden, Borntal im Osten, Eulingswiese im Norden und Pfaffenberg im Westen befanden. Die Rinden der
dort befindlichen Eichen wurden zum Gerben der Felle gebraucht. Darüber hinaus schuf Familie Euling den ersten Bauabschnitt des Berghotels Eulingswiese auf eigenem Grund und Boden,
Der letzte Besitzer, Adolf Euling, starb im Jahr 1890 im Alter von nur 38 Jahren an Thyphus und hinterließ neben seiner Frau Charlotte, geb. Asche, 9 Kinder. Weder die Witwe, noch eines der älteren Kinder führten den Lohgerbereibetrieb und das Hotel weiter. Das jüngste Kind trug den Namen Gertrud, wohnte weiter bei ihrer Mutter und ging in Sachsa zur Schule. Da sie auch Kurzschrift lernen wollte, wurde ein Privatlehrer gefunden. Es handelte sich um Herrn Wilhelm Kose, der im nahen Nordhausen in einem Geschäft
für Herde und Ofen kaufmännisch tätig war. Aus der Zusammenarbeit ergab sich eine tiefe Freundschaft, die zu einer liebevollen Ehe führte. Die Bande, die zu ihrer Mutter und den noch in der Nähe wohnenden Geschwistern wurde dadurch aber nicht zerschnitten. Etwa im Jahr 1920 wechselte Wilhelm Kose seinen Arbeitgeber und wurde Generalvertreter eines Herstellers für Ofen und Herde. Er war zuständig für die Bereiche Sachsen, Thüringen und Teile des heutigen Niedersachsen. Die Familie, es waren mittlerweile 2 Kinder geboren, Lieselotte und Hans Rudi, zog nach Leipzig um. Ab 1930 hatte die Familie ein Auto. Sie nutzten die Wochenenden häufig für Fahrten nach Bad Sachsa. Gertrud Kose hatte ein Erbe von 5.600 qm Wald auf dem Pfaffenberg und 15.000 qm am Ahornweg hinter Villa Waldheim. Da kam die ldee auf, am Pfaffenberg ein Häuschen für die Wochenenden und vielleicht auch Kurzurlaube zu errichten. lm Jahr 1936 endstand deshalb ein Häuschen in Leichtbauweise mit einem Zimmer von 25 qm und einer überdachten Terrasse davor. lm Zimmer befand sich ein Ofen, ein Einbauschrank, eine Eckbank, sowie Tisch und Stühle. Hinter dem Haus, majestätisch präsentiert, befand sich ein hölzernes Plumpsklo neben einer stattlichen Eiche. Schon ein Jahr später erfolgte der erste Anbau. Der bestand aus Küche, Schlafzimmer und Badezimmer. Auch dieser in hölzerner Leichtbauweise. Wasser und Strom waren jetzt vorhanden. Das Haus befindet sich auf dem höchsten Bereich des Pfaffenberges auf ca. 410 Meter Höhe über NN. Die nächsten bewohnten Gebäude waren damals in Süd-, Ost-und Nordrichtung jeweils ca.200 Meter entfernt. Das Häuschen stand also einsam tief im Wald.